10. Der Aufpasser.

Ich habe gerade eine Geschichte von Abi Stumvoll gehört, als ich eigentlich auf der Suche nach einem anderen Podcast war (ja macht die Frau denn nichts anderes, als den ganzen Tag Podcasts zu hören… ja doch, ab und zu esse ich auch mal was…)

Die möchte ich gerne übersetzen und mit dir teilen, weil sie mich berührt hat und ruhig noch mehr Leute berühren soll.

Es geht um diesen kleinen Jungen (Abi hat scheinbar ein Foto an die Wand geworfen zur Illustration) – seine Eltern waren gestorben, er hatte einen Betreuer/Aufpasser und eine Hilfsorganisation kam, um ihn mit Essen zu versorgen. Sie brachten dem Aufpasser das Essen und sagten „Lass uns deinem Kind Essen geben.“ Der Aufpasser sagte: „Er verdient es nicht, zu essen. Seht ihr, wie hässlich er ist? Wie dünn er ist, wie ekelhaft er aussieht? Er hat es nicht verdient, zu essen.“ Mit diesen Worten zwang er sie, wieder zu gehen.

Später an diesem Tag kommt ein weiterer Mitarbeiter der Organisation, er hat Essen dabei und sagt „Bitte lass mich deinem Kind zu essen geben.“ Der Aufpasser sagt „Tut mir leid! Ich hab meinen Sohn gebeten, mir ein Haus zu bauen und er sagt, er ist zu schwach, um das Haus zu bauen! Also lasse ich ihn nicht essen.“ Der Besucher  ist am Boden zerstört, aber der Aufpasser treibt ihn aus dem Haus.

Es gibt einen weiteren Versuch, ein Mitarbeiter versucht es noch einmal. Der Aufpasser sagt: „Oh, der hier? Er hat heute in der Schule einen Fehler gemacht, damit er sich das merkt, dass er  nie wieder einen Fehler macht, lasse ich ihn nicht essen.“

Was für Gefühle hast du diesem Jungen gegenüber? Fühlst du irgendwas oder bist du kalt und herzlos? Du hast Mitgefühl? Aber warum? Schließlich ist er hässlich, schwach und unfähig und macht Fehler!

Gott hat mir gesagt, Abi, du bist der Aufpasser. Jedesmal wenn du entscheidest, ich kann nicht geliebt werden, weil ich einen Fehler gemacht habe. Du missbrauchst dich selbst. Ich erinnere mich, dass ich im Auto unterwegs war, ich war spät dran und ich habe mich selbst beschimpft dafür, wie kann das nur sein, immer bin ich zu spät, ich bin so unorganisiert, einfach schrecklich!

Und Gott zeigt mir sofort dieses Bild von dem Jungen und er sagt „Oh, dass du oft zu spät dran bist ist es also wert, das Kind dafür verhungern zu lassen?“

Gott kam, damit wir nie wieder von Liebe getrennt sein müssen. Wir müssen nie wieder Liebe abschalten, Jesus starb dafür, dass wir nie wieder diese Verbindung abbrechen müssen. Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist, sagt „Ich bin nur liebenswert, wenn ich gut aussehe, wenn ich die passende Figur habe, dann ist es ok, wenn ich mich gut fühle mit mir. Oder wenn ich eine Beförderung auf Arbeit bekomme oder in einem wirklich bedeutenden Job arbeite. Nicht: Ich verdiene es, mich selbst zu lieben, genau jetzt, genau so. Wenn ich die niedrigsten Arbeiten erledige. Wenn ich meine Kinder anschreie, obwohl ich das nicht will. Es ist Liebe, die uns verwandelt. Wir denken so: Oh, wir verprügeln uns ein bisschen selbst, das wird uns zu besseren Menschen machen. Wenn ich mich genug selbst fertig mache und denke „oh ich bin so dumm, ich sollte das doch gebacken kriegen!“  dann werde ich mich beim nächsten Mal dran erinnern. Aber das ist genau was der Aufpasser sagt. Solange er nicht lernt, gut zu sein, werde ich ihm den Genuss verweigern. 

[…]

Ich denke, die Geschichte spricht für sich.

Gott liebt bedingungslos. Und mir fällt dazu der Spruch ein „Die Definition von Wahnsinn ist, immer das gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“. Du kannst auch sagen „immer das gleiche zu denken“. Wir sind Gott sei Dank in der erfreulichen Lage, mit Gottes Hilfe neu denken zu lernen. Selbst uralte eingefahrene Denkmuster können wir loswerden, das sind doch super Nachrichten…

Ich jedenfalls will auch noch den letzten Rest von negativem Selbstgespräch loswerden… das hat das Kind nicht verdient. Und ich wünsche dir von Herzen, dass dir das auch gelingt.