14. Enttäuscht?

Das erste, was mir zum Wort „Enttäuschung“ einfällt, ist, dass Gott nie von mir enttäuscht ist, weil er gar nie getäuscht war. Das ist ziemlich großartig, wenn man mal drüber nachdenkt. Es gibt ein Lied von Godfrey Birtill „I’m not disappointed in you“ – unbedingt mal anhören, findet man auf youtube.

Aber grad hänge ich da dran, weil ich ein Zitat von Bill Johnson gelesen habe, dem ich aus ganzem Herzen zustimmen kann.

If I can’t navigate disappointment, I’ll never be able to handle fulfilled promises.

– Bill Johnson

(deutsch: Wenn ich nicht mit Enttäuschungen umgehen kann, werde ich nie in der Lage sein, erfüllte Verheißungen zu ertragen. (zugegebenermaßen etwas grob übersetzt, aber mir fällt grad nix besseres ein))

Natürlich weiß ich nicht genau, was Bill Johnson im Hinterkopf hat, wenn er sowas sagt, er hat nur wenige Worte zu dem Zitat dazu geschrieben, das liefere ich aber gleich mit!

Disappointment is one of the hardest things to navigate in life. And while the past can’t separate us from the love of God, it can affect our awareness of it. We have to anchor ourselves to what God has promised, who He is and what He’s said, and refuse to dwell on what hasn’t happened. You are the governor of your own heart; choose not to let seeds of disappointment take root. Instead, cultivate your remembrance of what God has done and hold onto the promises God has spoken over your life!

“So now wrap your heart tightly around the hope that lives within us, knowing that God always keeps His promises!” Hebrews 10:23 TPT

(auf deutsch etwa: Enttäuschungen sind mit die schwierigsten Herausforderungen im Leben. Und während die Vergangenheit uns nicht von Gottes Liebe trennen kann, ist sie wohl in der Lage, unser Bewußtsein davon zu beeinflussen. Wir müssen uns verankern in dem, was Gott versprochen hat, wer er ist und was er gesagt hat, und wir müssen uns weigern, in den Dingen zu verweilen, die nicht passiert sind. Du bist der Chef über dein eigenes Herz; entscheide dich, keinen Samen von Enttäuschung Wurzeln schlagen zu lassen. Kultiviere stattdessen deine Erinnerung an das, was Gott getan hat und klammere dich an die Verheißungen, die Gott über dein Leben ausgesprochen hat! 

„Bindet euer Herz nun fest an die Hoffnung, die in uns lebt, in dem Wissen, dass Gott immer zu seinen Verheißungen steht!“ – Hebräer 10:23 TPT, von mir übersetzt)

Ich hab schon meinen Kampf erwähnt, den ich mit meiner eigenen Seele hatte: dass ich wirklich glauben kann, dass Gott gut ist. Für mich war irgendwann klar, dass ich um bestimmte Dinge gar nicht beten brauche, weil ich nicht in der Lage wäre, sie zu empfangen, ehe dieser Kampf nicht gewonnen ist.

Ist das nachvollziehbar? Sagen wir, ich wünsche mir Kinder, aber es passiert nichts. Wenn ich glaube, Gott meint es nicht gut mit mir, und das einfach so sein lasse und meiner Seele, meinem Herzen nicht beibringe, dass Gott wirklich gut IST, ist es sehr seltsam, ihn um Nachwuchs zu bitten. Es hätte immer einen Beigeschmack. Zum einen wäre ich nicht in der Lage, ihn im Vertrauen zu bitten, zum Anderen, wenn ich ihn als jemanden sehe, der mich ärgern will oder mir nichts gönnt oder gar mich zerstören will, dann könnte ich so etwas Großes auch nicht mit Dankbarkeit aus seiner Hand nehmen, es wäre immer Mißtrauen dabei und ich würde mindestens unbewusst erwarten, dass etwas Schlimmes passiert oder er mir wieder alles nimmt.

So ist Gott nicht, aber wie oft haben wir solche Bilder im Herzen? Wie oft schreiben Menschen ihrem himmlischen Vater, bei dem keine Dunkelheit ist, von dem alles Gute kommt (Jakobus 1,17), die Eigenschaften des Teufels zu?

Ich will es dir nicht kompliziert machen und schon gar nicht will ich, dass du jetzt dein Herz durchforstest und dich hinterfragst. Es reicht, wenn du dem Heiligen Geist erlaubst, das zu tun, du kannst es selbst eh nicht besonders gut – ziemlich viel von unseren eigenen Motiven ist uns selbst nicht klar, seien wir ehrlich. Introspektion ist nichts fruchtbares, es bringt nur Stress und kann einen in einem ungesunden Hamsterrad halten- schlußendlich kannst du durch Introspektion wunderbar Depressionen heranzüchten oder füttern. Es ist so viel angenehmer, Gott machen zu lassen. Glücklicherweise ist er es, der das Wollen UND das Vollbringen bewirkt (Philipper 2,13) – und wenn du noch nicht glaubst, dass Gott gut ist, dann musst du vielleicht erst mal um das Wollen bitten.

Er ist für dich.