16. Friedensräuber

Das Reich Gottes ist … ja was? – Friede, Freude und Gerechtigkeit im heiligen Geist. So steht es in Römer 14. Wenn du diesen tiefen Frieden mal erlebt hast, willst du im Grunde alles tun, da nie wieder davon wegzukommen, oder? Keine Furcht… dafür Kraft, Dinge zu ertragen. Du stehst mitten im Sturm und weißt ganz tief, du bist geborgen in Gott und er kümmert sich drum.

So gut!

Wenn mir jemand, der diesen Frieden haben sollte, etwas erzählt, was von Unfrieden zeugt, gehen mir die Alarmglocken an. Es gibt verschiedene Friedensräuber, ich glaube der wichtigste ist Unversöhnlichkeit. Wenn du an Schuld anderer Menschen in deinem Leben festhältst, das kann dir den Frieden gewaltig rauben, und ich kann’s dir auch mit der Bibel erklären, denk ich… 

Du findest mehrfach die Ansage, dass du vergeben sollst, wie Gott dir vergibt, richtig? Im „Vater unser“ zum Beispiel, so prägnant und klar und so oft ignoriert. „wie auch wir vergeben“. Oder in Matthäus 18, wo Petrus fragt, wie das mit der Vergebung ist und Jesus ihm das Ganze durch ein Gleichnis erklärt: der König erlässt seinem Knecht eine große Schuld. Jemand anders hat bei diesem Knecht eine in der Relation sehr kleine Schuld, der Knecht aber hält daran fest und behandelt ihn schlecht und gibt die empfangene Gnade nicht weiter, was in so einer Situation doch eigentlich leicht sein sollte, oder? Als der König davon erfährt, ist er erschüttert und wirft den Knecht, dem eigentlich vergeben war, ins Gefängnis. In der Geschichte heißt es, dass er ihn „den Folterknechten übergeben“ hat, bis alles bezahlt war.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dem Teufel eine Tür weit aufmache, wenn ich mich weigere, meinen „Schuldnern“ zu vergeben (es gibt ja auch diesen Spruch „An Zorn festhalten ist wie Gift trinken und hoffen, dass der andere dran stirbt“ – oh und da fällt mir noch ein, dass Paulus davon spricht, dass man dem Teufel keinen Raum geben soll, indem man die Sonne nicht über seinem Zorn untergehen lässt – Epheser 4). Ich kann nicht ermessen, was Jesus für mich alles erlitten hat, damit ich Abba so nah sein kann. Kann ich nicht. Leute, die sagen, sie können das, haben entweder ne fette Offenbarung, die mir noch abgeht, oder,,. sie denken’s vielleicht nur. Wenn du „Passion Christi“ gesehen hast, hast du schon ein ziemlich eindrucksvolles Bild davon bekommen, aber es ist immer noch nur ein Bild und niemand von uns kann sagen, dass er auch nur annähernd nachempfinden kann, was da mit Jesus passierte – was er freiwillig für uns erduldet hat. Für mich. Und für dich.

An dieser Stelle verknoten sich regelmäßig meine ansonsten recht sortierten Gehirnwindungen, deswegen geh‘ ich da mal nicht weiter. Jedenfalls. Unfrieden. Folterknechte. Auf irgendeine Weise muss ich meine Schuld selbst abbezahlen, wenn ich die empfangene Gnade, die Vergebung Gottes, nicht weitergebe. Steht da.

 Dass das Ergebnis ein Verlust meines Friedens ist, ist nachvollziehbar, oder? Wenn du mal erlebt hast, wie befreiend es ist, Vergebung zu erleben (und sei es nur von Menschen, denk mal dran wie es ist, wenn du wirklich jemandem 1000 Euro schuldest und keinen Cent auf der hohen Kante hast, die Schuld jahrelang mit dir rumträgst und keinen blassen Schimmer hast, wie du das je abbezahlen sollst, und dann sagt der – he vergiss es, es ist ok, du schuldest mir nichts, ich erlasse es dir), dann kannst du dir auch vorstellen wie es ist, wenn sie dir eben nicht gewährt wird. Ständiger Druck, der sich nicht abbaut. Eben das Gegenteil von „Frieden“.

Wenn dich vergangene Geschichten mit Menschen auf eine Weise verfolgen, dass sie Stress verursachen, Kraft kosten, Energie und Frieden rauben, dann frag mal den heiligen Geist, ob es da was zu vergeben gibt.

Im nächsten Posting schreib ich dir mal auf, wie ich das mache – das funktioniert für mich sehr gut und ich habe oft erlebt, wie ich innerlich aufatmen konnte und frei wurde, indem ich diese Schritte gegangen bin.

Viel Erfolg beim Frieden finden 🙂